Ästhetische Zahnmedizin

Bisshebung mit Vollkeramik

Ästhetik und Funktion nachhaltig wiederherstellen

Sind Zähne über Jahre stark abgenutzt, sinkt die Bisshöhe – mit Folgen für Kiefergelenke, Muskulatur und das Aussehen des Gesichts. Eine Bisshebung mit Vollkeramik stellt die ursprüngliche Höhe dauerhaft wieder her und schützt die Zähne vor weiterem Verschleiß. Dieser Fachartikel zeigt, wie die Behandlung Schritt für Schritt abläuft und warum Vollkeramik dafür besonders geeignet ist.

Prof. Dr. med. dent. Andreas OlzeAutor
Aktualisiert: ca. 2 Min. Lesezeit
Bisshebung mit Vollkeramik

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem gesenkten Biss ist der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer durch Zahnverschleiß zu gering geworden.
  • Vor der endgültigen Versorgung wird die neue Bisshöhe mit einer Schiene oder Langzeitprovisorien getestet.
  • Die dauerhafte Rekonstruktion erfolgt mit Inlays, Teilkronen, Kronen oder Veneers aus Vollkeramik.
  • Eine Schutzschiene für die Nacht und regelmäßige Kontrollen sichern das Ergebnis langfristig.

Folgen eines gesenkten Bisses

Wenn der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer geringer ist, als er sein sollte, spricht man von einem gesenkten Biss. Meist ist er die Folge jahrelangen Zahnverschleißes durch Knirschen, Pressen oder Säure. Die Folgen gehen über die Zähne hinaus:

  • Veränderte Belastung der Kiefergelenke mit Druckgefühl oder Schmerzen
  • Verspannungen in Kopf, Nacken und Schultern
  • Empfindliche, kurze Zähne und erschwertes Abbeißen
  • Ein älter wirkendes Gesicht, weil das untere Gesichtsdrittel kürzer wird

Wie Abnutzung entsteht und warum sie den ganzen Bewegungsapparat beeinflussen kann, erklärt unser Fachartikel Bisshebung und abgenutzte Zähne.

Folgen eines gesenkten Bisses

So läuft eine Bisshebung mit Vollkeramik ab

  1. FunktionsanalyseKiefergelenke, Muskulatur und Biss werden untersucht, um die richtige neue Bisshöhe zu bestimmen.
  2. Testphase mit SchieneEine Aufbissschiene hebt den Biss probeweise an. Der Kiefer gewöhnt sich an die neue Position, Beschwerden lassen sich prüfen.
  3. LangzeitprovisorienIn komplexen Fällen werden die Zähne zunächst mit festsitzenden Provisorien in der neuen Höhe versorgt – oft für einige Monate.
  4. VorbehandlungStehen Pfeilerzähne ungünstig, können sie mit transparenten Schienen ausgerichtet werden.
  5. Definitive VersorgungInlays, Teilkronen, Kronen, Brücken und Veneers aus Vollkeramik werden im Meisterlabor gefertigt und eingesetzt.

Die Erhöhung erfolgt dabei nicht durch Abschleifen, sondern durch Aufbauen: Die Keramik ergänzt verloren gegangene Zahnsubstanz. Bei gut erhaltener Restsubstanz reichen oft schonende Teilkronen oder Table-Tops auf den Kauflächen statt kompletter Überkronungen.

So läuft eine Bisshebung mit Vollkeramik ab

Vorteile vollkeramischer Lösungen

  • Biokompatibel und metallfrei, auch für Allergiker geeignet
  • Hohe Festigkeit und geringer Oberflächenverschleiß
  • Natürliche Farbe und Lichtwirkung, kaum von echten Zähnen zu unterscheiden
  • Adhäsiv befestigt, dadurch oft substanzschonender als klassische Kronen

Klinische Studien zeigen für vollkeramische Kronen und Teilkronen bei richtiger Indikation gute Langzeitergebnisse. Bei ausgeprägtem Knirschen steigt allerdings das Risiko für Abplatzungen – deshalb gehören Materialwahl und Schutzschiene zur Planung.

Eine gute Nachsorge ist entscheidend

Ist der Biss wieder gehoben, muss das Ergebnis geschützt werden. Die Ursache des Verschleißes – häufig nächtliches Knirschen – verschwindet durch die Behandlung nicht. Eine individuell angefertigte Schutzschiene für die Nacht verhindert, dass die neue Keramik überlastet wird. Regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigungen halten Zähne und Zahnfleisch gesund.

Illustration aus weißem Papier

Ist das gesamte Gebiss betroffen, wird die Bisshebung meist als 4-Quadrantensanierung geplant – alle vier Kieferquadranten werden dabei gemeinsam neu aufgebaut.

4-Quadrantensanierung

Abgenutzte Zähne und abgesunkenen Biss ganzheitlich neu planen.

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Häufige Fragen

Was ist eine Bisshebung und wann ist sie nötig?

Eine Bisshebung ist die Wiederherstellung einer funktionell passenden Bisshöhe, wenn Zähne stark abgenutzt sind, z. B. durch Knirschen. Sie kann sinnvoll sein, um die Funktion, Ästhetik und Gesundheit von Kiefer und Zähnen wiederherzustellen.

Wie lange dauert eine Bisshebung mit Vollkeramik?

Die Dauer hängt vom individuellen Befund ab. Meist wird zuerst eine Schienentherapie oder Behandlung mit Provisorien durchgeführt. Insgesamt kann die Therapie mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.

Welche Vorteile hat Vollkeramik bei einer Bisshebung?

Vollkeramik ist gut verträglich, metallfrei und sehr belastbar und lässt sich farblich genau an natürliche Zähne anpassen. Sie ist daher auch bei Metallunverträglichkeiten eine Option.

Kann sich der Biss nach einer Bisshebung wieder absenken?

Ja, ohne Schutzmaßnahmen kann es zu erneuter Abnutzung kommen. Eine Bissschiene und regelmäßige Kontrollen helfen, den Behandlungserfolg dauerhaft zu sichern.

Wissenschaftliche Grundlage

Leitlinien zu diesem Thema

Dieser Fachartikel orientiert sich an den aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Mitteilungen der zahnmedizinischen Fachgesellschaften (DGZMK/AWMF).

Leitlinien sind Entscheidungshilfen für Zahnärztinnen und Zahnärzte. Welche Behandlung für Sie richtig ist, klären wir im persönlichen Gespräch.

Ein Fachartikel von

Prof. Dr. med. dent.

Andreas Olze

Prof. Dr. Olze vereint Erfahrung, Präzision und Leidenschaft für Zahnmedizin. Sein Anspruch ist Spitzenqualität, die er täglich neu gemeinsam mit seinem kompetenten und empathischen Team erschafft. Seine Stärke ist seine fundierte Erfahrung, mit der er seinen PatientInnen stets auf Augenhöhe und menschlich zugewandt, persönlich begegnet.

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