Zahnersatz & Implantate
Zahnimplantate – Nachsorge
Implantate langfristig erhalten – von der ersten Woche bis zur Recall-Kontrolle
Ein Implantat ist gesetzt – und jetzt? Die richtige Nachsorge entscheidet mit darüber, wie lange Ihr Implantat hält. Dieser Fachartikel begleitet Sie durch die ersten Tage nach dem Eingriff, erklärt, warum regelmäßige Kontrollen so wichtig sind, und zeigt, an welchen Warnzeichen Sie eine beginnende Entzündung erkennen.

Das Wichtigste in Kürze
- Schwellungen nach dem Eingriff sind normal und klingen meist nach drei bis fünf Tagen ab.
- In den ersten Tagen gilt: kühlen, schonen, nicht rauchen und auf Sport verzichten.
- Langfristig schützen regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigungen vor Periimplantitis.
- Zahnfleischbluten, Schwellung oder Zahnfleischrückgang am Implantat sollten zeitnah abgeklärt werden.
Die ersten Tage nach dem Implantat
Nach dem Setzen eines Implantats reagiert das Gewebe mit einer normalen Wundheilung. Eine Schwellung der Wange erreicht meist am zweiten oder dritten Tag ihren Höhepunkt und klingt danach innerhalb weniger Tage ab. Auch leichte Schmerzen und kleine Blutergüsse sind normal.
- Kühlen: In den ersten 24 bis 48 Stunden mehrmals täglich von außen kühlen, mit Pausen und ohne direkten Hautkontakt mit Eis.
- Essen: Erst nach Abklingen der Betäubung, zunächst weich und lauwarm, und möglichst auf der anderen Seite kauen.
- Mundhygiene: Die übrigen Zähne normal putzen, den Wundbereich in den ersten Tagen aussparen und nach Anweisung spülen.
- Rauchen: Mindestens in den ersten Tagen, besser über die gesamte Einheilzeit verzichten, da Rauchen die Wundheilung deutlich stört.
- Sport: Krafttraining und anstrengenden Sport für einige Tage pausieren, um Nachblutungen zu vermeiden.
Wie lange Sie nach einem Implantat arbeitsunfähig sind, hängt vom Umfang des Eingriffs und Ihrem Beruf ab. Nach einem einzelnen Implantat sind viele Patientinnen und Patienten nach ein bis drei Tagen wieder arbeitsfähig, nach größeren Eingriffen mit Knochenaufbau kann es länger dauern.

Warum regelmäßige Nachsorge so wichtig ist
Ein Implantat kann keine Karies bekommen – das Gewebe darum herum kann sich aber entzünden. Anders als ein natürlicher Zahn hat ein Implantat keinen Faserapparat, der Bakterien abschirmt. Entzündungen können deshalb schneller in die Tiefe vordringen. Regelmäßige Kontrolltermine sind darum kein Zusatz, sondern fester Bestandteil der Implantattherapie.
Bei diesen Terminen werden Zahnfleisch und Implantat untersucht, Taschentiefen gemessen und bei Bedarf Röntgenbilder angefertigt. Wie oft Sie kommen sollten, richtet sich nach Ihrem persönlichen Risiko – meist zwei- bis viermal im Jahr.
Professionelle Reinigung für Implantatträger
Bei der professionelle Zahnreinigung entfernt eine speziell geschulte Prophylaxe-Fachkraft Beläge und Bakterien auch in den Zwischenräumen und unter dem Zahnfleischrand. Für Implantate werden dabei schonende Instrumente verwendet, die die Oberfläche nicht beschädigen. So lassen sich auch Stellen reinigen, die Sie zu Hause kaum erreichen.

Von der Mukositis zur Periimplantitis
Eine Entzündung am Implantat beginnt meist harmlos als periimplantäre Mukositis – eine Entzündung nur der Schleimhaut. In diesem Stadium ist sie gut behandelbar und vollständig rückbildungsfähig. Bleibt sie unbehandelt, kann daraus eine Periimplantitis werden, bei der auch der Knochen um das Implantat abgebaut wird. Sie ist die häufigste Ursache für den Verlust von Implantaten.
Die S3-Leitlinie zur Behandlung periimplantärer Infektionen betont, wie wichtig Früherkennung und eine strukturierte Nachsorge sind. Je früher eine Entzündung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.
Warnzeichen: Wann Sie Ihr Implantat kontrollieren lassen sollten
- Das Zahnfleisch am Implantat ist geschwollen, gerötet oder blutet beim Putzen
- Das Zahnfleisch geht zurück und Teile des Implantats werden sichtbar
- Unangenehmer Geschmack oder Geruch im Bereich des Implantats
- Druckgefühl, Schmerzen oder eine spürbare Lockerung
Solche Veränderungen tun anfangs oft nicht weh. Lassen Sie sie trotzdem zeitnah abklären. Wie Sie Ihr Implantat im Alltag am besten reinigen, lesen Sie in unserem Fachartikel Implantatpflege. Alles zur Implantatbehandlung in unserer Praxis finden Sie auf der Seite Zahnimplantate.

Präzise geplant, minimalinvasiv gesetzt – auch mit Knochenaufbau.
Zur LeistungsseiteHäufige Fragen
Wie lange dauert eine Schwellung nach einem Zahnimplantat?
Die Schwellung erreicht meist am zweiten oder dritten Tag ihren Höhepunkt und klingt dann innerhalb weniger Tage ab. Nach größeren Eingriffen mit Knochenaufbau kann sie etwas länger anhalten.
Wann darf ich nach einer Implantation wieder rauchen?
Idealerweise gar nicht während der Einheilzeit. Mindestens in den ersten Tagen sollten Sie unbedingt verzichten, denn Rauchen stört die Wundheilung und erhöht das Risiko für Entzündungen deutlich.
Wie oft sollte ich mit einem Implantat zur Kontrolle?
In der Regel zwei- bis viermal im Jahr, abhängig von Ihrem persönlichen Risiko. Bei diesen Terminen werden Beläge entfernt und mögliche Entzündungen früh erkannt.
Was ist der Unterschied zwischen Mukositis und Periimplantitis?
Die Mukositis betrifft nur die Schleimhaut um das Implantat und ist vollständig heilbar. Bei der Periimplantitis ist zusätzlich Knochen abgebaut. Sie ist schwieriger zu behandeln und kann zum Implantatverlust führen.
Wissenschaftliche Grundlage
Leitlinien zu diesem Thema
Dieser Fachartikel orientiert sich an den aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Mitteilungen der zahnmedizinischen Fachgesellschaften (DGZMK/AWMF).
- S3-LeitlinieBehandlung periimplantärer Infektionen (Periimplantitis)DGZMK · AWMF · 2022PDF
Leitlinien sind Entscheidungshilfen für Zahnärztinnen und Zahnärzte. Welche Behandlung für Sie richtig ist, klären wir im persönlichen Gespräch.
Das könnte Sie auch interessieren
Kontakt & Anfahrt
Hier finden Sie uns
Adresse
Friedrichstraße 186
10117 Berlin
U Stadtmitte (U2, U6)
U Hausvogteiplatz (U2)
Öffnungszeiten
Mo – Do 08.00 – 20.00
Fr 08.00 – 18.00
Telefon
Akute Schmerzen außerhalb der Sprechzeiten? Zahnärztlicher Notdienst: 030 – 89004-333 oder www.kzv-berlin.de




