Zahnersatz & Implantate

Implantatpflege

So reinigen Sie Ihr Implantat im Alltag richtig

Zahnimplantate können verlorene Zähne über Jahrzehnte ersetzen – vorausgesetzt, sie werden richtig gepflegt. Denn bakterielle Beläge können auch an Implantaten Entzündungen auslösen und langfristig den Halt gefährden. Dieser Fachartikel zeigt, welche Hilfsmittel sich bewährt haben, wie Sie Zwischenräume und Zahnfleischrand richtig reinigen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Prof. Dr. med. dent. Andreas OlzeAutor
Aktualisiert: ca. 3 Min. Lesezeit
Implantatpflege

Das Wichtigste in Kürze

  • Implantate werden zweimal täglich wie natürliche Zähne geputzt – mit besonderem Augenmerk auf den Zahnfleischrand.
  • Für die Zwischenräume eignen sich Interdentalbürsten mit kunststoffummanteltem Draht oder spezielle Implantat-Zahnseide.
  • Mundspülungen können die Pflege ergänzen, ersetzen aber nie die mechanische Reinigung.
  • Harter Zahnstein am Implantat gehört in professionelle Hände – nicht selbst abkratzen.

Implantate sind stabil, aber nicht unverwundbar

Zahnimplantate bestehen meist aus Titan oder Keramik und sind fest im Kieferknochen verankert. Karies kann an ihnen nicht entstehen. Das umliegende Zahnfleisch und der Knochen können sich aber sehr wohl entzünden. Anders als natürliche Zähne besitzen Implantate keinen parodontalen Faserapparat, der eine zusätzliche Barriere bildet. Deshalb können Entzündungen schneller auf den Knochen übergreifen.

Biofilm als Hauptursache für Entzündungen

Auch an Implantaten bildet sich täglich ein bakterieller Biofilm. Wird er nicht regelmäßig entfernt, entsteht zunächst eine oberflächliche Schleimhautentzündung, die periimplantäre Mukositis. Bleibt sie unbehandelt, kann daraus eine Periimplantitis mit Knochenabbau werden. Wie Biofilm entsteht und warum er so hartnäckig ist, erklärt unser Fachartikel Schädlicher Biofilm.

Biofilm als Hauptursache für Entzündungen

Die richtige Zahnbürste: elektrisch oder Hand?

Beides ist möglich, wenn die Technik stimmt. Viele Implantatträger kommen mit einer elektrischen Zahnbürste besser zurecht, weil sie gleichmäßig reinigt. Wichtig ist eine weiche Borste, die schräg im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand angesetzt wird. Genau dort, am Übergang zwischen Krone und Zahnfleisch, sammeln sich die meisten Bakterien.

Ergänzend hilft eine kleine Einbüschelbürste: Mit ihr lassen sich die Ränder einzelner Implantatkronen und schwer zugängliche Stellen hinter dem letzten Zahn gezielt reinigen.

Zwischenräume: Interdentalbürste und Implantat-Zahnseide

Die Reinigung der Zwischenräume ist bei Implantaten besonders wichtig. Interdentalbürsten sollten passgenau gewählt werden – sie müssen leicht durch den Zwischenraum gleiten, ohne zu drücken. Für Implantate eignen sich Bürsten mit kunststoffummanteltem Draht, damit die Oberfläche nicht verkratzt.

Wo Bürsten nicht hineinpassen, ist spezielle Implantat-Zahnseide mit aufgeschäumtem Mittelteil eine gute Wahl. Sie wird um das Implantat gelegt und reinigt den Rand rundherum. Unter Brücken oder Stegen helfen Zahnseide mit verstärktem Einfädler oder eine Munddusche als Ergänzung.

Zwischenräume: Interdentalbürste und Implantat-Zahnseide

Welche Mundspülung eignet sich bei Implantaten?

Kurz beantwortetFür den Alltag genügen meist milde Mundspülungen ohne Alkohol, etwa mit Fluorid oder ätherischen Ölen. Stärker antibakterielle Spülungen mit Chlorhexidin werden nur zeitweise eingesetzt, zum Beispiel nach einem Eingriff, weil sie bei Daueranwendung Verfärbungen verursachen können.

Eine Mundspülung erreicht die Bakterien im festen Biofilm nur begrenzt. Sie ist deshalb immer nur eine Ergänzung – die mechanische Reinigung mit Bürste und Interdentalbürste bleibt unverzichtbar.

Zahnstein am Implantat: nicht selbst entfernen

Harte Beläge am Implantat sollten Sie nie selbst mit Metallinstrumenten abkratzen. Sie können dabei die Oberfläche beschädigen und Bakterien neue Haftstellen bieten. Bei der professionellen Implantatreinigung werden Beläge mit schonenden Instrumenten aus Kunststoff oder Titan sowie mit Pulverstrahlgeräten entfernt. Wie oft das sinnvoll ist und worauf es nach dem Eingriff ankommt, lesen Sie in unserem Fachartikel Zahnimplantate – Nachsorge.

Zahnstein am Implantat: nicht selbst entfernen

Ihre tägliche Pflegeroutine auf einen Blick

  1. Morgens und abends putzenZwei Minuten, weiche Borsten, 45 Grad zum Zahnfleischrand.
  2. Zwischenräume reinigenEinmal täglich mit passenden Interdentalbürsten oder Implantat-Zahnseide.
  3. Ränder gezielt nacharbeitenMit der Einbüschelbürste rund um jede Implantatkrone.
  4. Bei Bedarf ergänzenMundspülung oder Munddusche nach Absprache mit Ihrer Praxis.
  5. Profis ranlassenRegelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigung in der Praxis.
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Präzise geplant, minimalinvasiv gesetzt – auch mit Knochenaufbau.

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Häufige Fragen

Warum müssen Implantate besonders gepflegt werden?

Implantate haben keine natürliche Abwehrstruktur wie ein Zahn. Lagern sich bakterielle Beläge an, kann sich das umliegende Gewebe entzünden. Ohne Behandlung kann daraus eine Periimplantitis werden.

Welche Zahnbürste ist für Implantate am besten?

Eine weiche Hand- oder elektrische Zahnbürste, ergänzt durch eine Einbüschelbürste für die Ränder. Entscheidend ist die Technik, nicht das Modell.

Darf ich normale Zahnseide für Implantate verwenden?

Ja, besser geeignet ist aber spezielle Implantat-Zahnseide mit aufgeschäumtem Mittelteil oder eine passende Interdentalbürste mit ummanteltem Draht.

Reicht die häusliche Pflege aus?

Nein. Die tägliche Reinigung zu Hause ist die Grundlage, aber Stellen unter dem Zahnfleischrand erreichen Sie damit kaum. Regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigungen in der Praxis sind deshalb ein fester Bestandteil der Implantatpflege.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Implantatprobleme?

Rauchen, unbehandelte Parodontitis, schlechte Mundhygiene oder bestimmte Allgemeinerkrankungen wie ein schlecht eingestellter Diabetes. Eine individuelle Risikoanalyse ist deshalb wichtig.

Ein Fachartikel von

Prof. Dr. med. dent.

Andreas Olze

Prof. Dr. Olze vereint Erfahrung, Präzision und Leidenschaft für Zahnmedizin. Sein Anspruch ist Spitzenqualität, die er täglich neu gemeinsam mit seinem kompetenten und empathischen Team erschafft. Seine Stärke ist seine fundierte Erfahrung, mit der er seinen PatientInnen stets auf Augenhöhe und menschlich zugewandt, persönlich begegnet.

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